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La Voix humaine / Herzog Blaubarts Burg

La Voix humaine / Herzog Blaubarts Burg
Francis Poulenc / Béla Bartók
Foto: Bernd Uhlig
Foto: Bernd Uhlig
  • » La voix humaine (Die menschliche Stimme)
  • Text von Jean Cocteau, Musik von Francis Poulenc
  • in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln
  • » A kékszakállú herceg vára (Herzog Blaubarts Burg)
  • Text von Béla Balázs, Musik von Béla Bartók
  • in ungarischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere

Fr 12. Mär. 2010

So 14. Mär. 2010

Opernhaus / 17:00 bis 19:15 / S+
Musikalische Leitung Oleg Caetani / Inszenierung Bernd Mottl / Bühne und Kostüme Friedrich Eggert / Licht Wolfgang Göbbel / Dramaturgie Georg Kehren

In den Monaten Januar, Februar und März 2010 haben die Klasse 5e der Liebfrauenschule Köln und die Klasse 8 b der Kölner Realschule am Rhein die Entstehung der Produktion HERZOG BLAUBARTS BURG in der Oper Köln begleitet. Finden Sie hier die »Website der Schüler.

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Einführung in Werk und Inszenierung jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Zum Inhalt:

Was wäre die Oper ohne Liebe? Sie würde ihres ewigen Themas, ihres Kerngehalts beraubt sein. Die beiden Musiktheaterwerke des 20. Jahrhunderts »LA VOIX HUMAINE« und »HERZOG BLAUBARTS BURG« an einem Abend nebeneinander gestellt, beleuchten den geheimnisvollsten aller Zustände auf subtile und faszinierende Art – und in beiden Fällen ist die weibliche Perspektive ins Zentrum gerückt.

Das letzte Telefonat einer Frau mit dem Geliebten, der sich von ihr trennen wird, bildet die Grundsituation in Francis Poulencs musikalischem Monodram »DIE MENSCHLICHE STIMME« nach einer Textvorlage von Jean Cocteau. Kein Vorwurf kommt der Frau über die Lippen, ganz im Gegenteil: Sie verspricht, stark zu bleiben – fast so, als wolle sie das Bild einer gewesenen Liebe in ihrer Seele retten. Doch auch das Telefonat, als verbindendes Moment mit dem Geliebten und letzter Rettungsanker vor der endgültigen Selbstaufgabe, wird enden.
Francis Poulenc, der seine Komponiertätigkeit oft mit der eines Malers verglich, bezeichnete sein 1959 in Paris uraufgeführtes Werk »DIE MENSCHLICHE STIMME« nach der Fertigstellung als »die bewegendste aller Opern, die man hören kann«. Es handele sich um eine »in Trance geschriebene Musik«.

Beharrlich und unter Ausblendung aller warnenden Signale dringt JUDITH, die Frauenfigur in »HERZOG BLAUBARTS BURG«, in das Innere der Welt des Geliebten. Dessen Burg ist lebendig – sie ist Seele und Bewusstsein eines männlichen Ichs, siebenfach durch Türen verschlossen. Licht und Liebe will die Frau einbringen, doch am Ende ihres Forschens steht die ewige Nacht. Wie schon die Frauen vor ihr kann auch JUDITH nur zu einer bloßen Erinnerung in einem fremden Kosmos werden.
Béla Bartóks 1918 in Budapest uraufgeführtes Werk transponiert das Märchen um BLAUBART in einen symbolisch besetzten Kontext, in dem sich das Wissen um Erkenntnisse der modernen Psychoanalyse sublimiert. Das Öffnen der sieben Türen, als das Eindringen in die verschiedenen Bezirke von BLAUBARTS Seele, erschließt musikalische Bilder von hinreißender Farbigkeit und Ausdrucksstärke.