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La Traviata

La Traviata
Giuseppe Verdi
Foto: Paul Leclaire
Foto: Paul Leclaire
  • Melodramma in drei Akten
  • Text von Francesco Maria Piave
  • nach dem Drama "La dame aux camélias" von Alexandre Dumas d. J.
  • Musik von Giuseppe Verdi
  • in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere

Sa 28. Nov. 2009

Einführung in Werk und Inszenierung jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Zum Inhalt:

»Ich wünsche neue, grandiose, schöne, abwechslungsreiche, kühne Stoffe … Für Venedig komponiere ich »La dames aux camélias«, die wahrscheinlich den Titel »LA TRAVIATA« erhalten wird. Ein Thema unserer Zeit. Jeder andere Komponist hatte es wegen der Kostüme, der Zeit und tausend anderer Skrupel abgelehnt; mir macht es jedoch größtes Vergnügen. Schließlich hatte seinerzeit auch schon alle der Gedanke entsetzt, einen Buckligen auf die Bühne zu stellen, während ich »RIGOLETTO« sehr gerne komponiert habe.«
GIUSEPPE VERDI, 1. JANUAR 1853

Nach sechzehn mehr oder minder kriegerischen Opern entstand »LA TRAVIATA« – ein bürgerliches Trauerspiel mit zeitgenössischem Charakter. Erstmals bei Verdi weicht der historische Schauplatz dem bürgerlichen Salon. Zweifellos handelte es sich nicht nur um ein neues, sondern auch ein gewagtes Sujet: Eine schwindsüchtige Titelheldin als Protagonistin einer Oper rief Erschrecken hervor. Mehr noch: Das Publikum sah sich mit der eigenen »Unmoral« konfrontiert. Und das in der Oper, ein Ort, an dem man gewohnt war, sich gepflegter Vergangenheitsträumerei hinzugeben. Der Umstand, dass bei der Uraufführung am 6. März 1853 in Venedig die Sänger mit barocken Kostümen auftreten mussten, um jeden aktuellen Bezug zu »verhüllen«, gibt Aufschluss, wie tief die Scham über Aktuelles in der Oper gewesen sein muss.

Verdi hatte den Roman »DIE KAMELIENDAME« von Alexandre Dumas fils – wie »tout Paris« – gleich nach Erscheinen 1848 gelesen. Vorbild für Dumas war die dreiundzwanzigjährig an Schwindsucht gestorbene Marie Duplessis, deren Lebenswandel Fantasie und Klatschsucht der Pariser Gesellschaft in Atem gehalten hatte. Als Dame der »Halbwelt« verkehrte sie in den feinsten Salons und verdrehte der (wohlhabenden) Männerwelt den Kopf. Im Roman wie auch in der Oper geht es um das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft, zwischen Intimsphäre und Öffentlichkeit, um divergierende, unvereinbare Moralvorstellungen. Verdi hat jedoch dem Zeitstück Dumas’ eine so moderne, zeitlos gültige Form verliehen, dass man sich heute ein Opernleben ohne »LA TRAVIATA« nicht vorzustellen vermag.