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Die Meistersinger von Nürnberg

Die Meistersinger von Nürnberg
Richard Wagner
Foto: Forster
Foto: Forster
  • Oper in drei Aufzügen
  • Text und Musik von Richard Wagner

Premiere

So 20. Sep. 2009

So 25. Apr. 2010

Opernhaus / 16:00 bis 21:45 / N 2
Musikalische Leitung Markus Stenz / Inszenierung Uwe Eric Laufenberg / Bühne und Kostüme Tobias Hoheisel / Licht Wolfgang Göbbel / Dramaturgie Georg Kehren / Chorleitung Andrew Ollivant
Hans Sachs, Schuster
Veit Pogner, Goldschmied
Kunz Vogelgesang, Kürschner
Konrad Nachtigall, Spengler
Sixtus Beckmesser, Stadtschreiber
Fritz Kothner, Bäcker
Balthasar Zorn, Zinngießer
Ulrich Eißlinger, Gewürzkrämer
Augustin Moser, Schneider
Hermann Ortel, Seifensieder
Hans Schwarz, Strumpfwirker
Hans Foltz, Kupferschmied
Walther von Stolzing, ein junger Ritter aus Franken
David, Sachsens Lehrbube
Eva, Pogners Tochter
Magdalene, Evas Amme
Ein Nachtwächter

Einführung in Werk und Inszenierung jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn.

Zum Inhalt:
Ginge es nur nach dem Willen EVAS und des Ritters STOLZING, stünden ihrer Verbindung keine Einwände entgegen. Im spätmittelalterlichen Nürnberg jedoch werden Ehevereinbarungen nicht nach den Gesetzen der Liebe getroffen, und in diesem besonderen Falle soll nur ein Meistersinger als Ehemann der Goldschmiedstochter in Frage kommen.

Der Weg zu diesem Titel führt durch ein kaum überschaubares Gestrüpp von Gesangsregeln und könnte mühsamer nicht sein. Keine guten Aussichten für den Ritter auf Freiersfüßen, denn dessen künstlerische Naturbegabung scheint sich nicht so recht mit dem strengen Regelwerk des Meistergesangs in Einklang bringen zu lassen. STOLZINGS einziger Fürsprecher ist HANS SACHS, der allseits geachtete Schuster und Volkspoet. Keiner außer diesem bringt Verständnis für den brautwerbenden Neuzugang auf – schon gar nicht Stadtschreiber BECKMESSER, der sich selbst als Bewerber für EVA ins Spiel bringen möchte. Am Johannistag soll ein Gesangswettbewerb vor den Toren der Stadt die Entscheidung bringen.

Mit seiner 1868 in München uraufgeführten musikalischen Komödie beleuchtet Richard Wagner am Vorabend der deutschen Reichsgründung das Verhältnis von Kunst und Politik. Welchen Stellenwert räumt die Gesellschaft der Kunst ein, wer bewertet ihre Qualität und welche Rolle kommt dem Volk dabei zu? Dass es dabei nicht lediglich um ästhetische Geschmacksfragen, sondern um das Selbstverständnis der bürgerlichen Gemeinschaft geht, lässt sich nicht zuletzt daran ablesen, auf welch heißer Flamme die Debatte um »Meistersingerehre«, »deutsche Kunst« und »welschen Tand« gekocht wird. Wenn HANS SACHS »Wahn, überall Wahn« um sich herum konstatiert, zeugt das von seinem Wissen um die Gefährdung dieser Gesellschaft von innen.

Insofern werden hier nicht nur die singdichterischen Qualitäten des Ritters STOLZING einer Prüfung unterzogen, sondern auch die geltenden Kategorien und das moralische Rüstzeug der Nürnberger Honoratioren als ewiger Vertreter des »deutschen Wesens«.