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Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny

Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny
Kurt Weill

Bei Mahagonny handelt es sich um eine fiktive nordamerikanische Stadt, auch »Netzestadt« genannt, die von der Witwe LEOKADJA  BEGBICK, dem Prokuristen WILLY und DREIEINIGKEITSMOSES in der Wüste eigens mit dem Ziel gegründet wird, hier die Fangnetze auszuwerfen und den vorbeiziehenden Goldgräbern mit Bars, Bordellen und zweifelhaften Angeboten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Zunächst boomt die Unterhaltungsindustrie, doch die Krise als Folge stürzender Kurse bleibt nicht aus, und auch ein Hurrikan nähert sich der Stadt. Das Motto Mahagonnys wird jeweils der gerade einschlägigen Konjunkturlage angepasst, und mit Glück nimmt auch der Sturm einen anderen Weg als befürchtet. Was die als verbindlich ausgegebene Devise betrifft, kann in Mahagonny ein grundsätzliches »Es ist verboten« schon am nächsten Tag einem nicht weniger nachdrücklichen »Du darfst alles« Platz machen. Eine Grundvoraussetzung jedoch ist es, Geld zu haben. Als  JIM MAHONNEY, der sich in die Hure JENNY verliebt hat, diese Voraussetzung nicht erfüllt und seine Zahlungsunfähigkeit zugeben muss, wird ihm der Prozess gemacht. Auf Zechprellerei steht die Todesstrafe. Doch auch die letzten Tage von Mahagonny sind nicht mehr weit – dafür bedarf es keines Vulkanausbruchs.

Komponist Kurt Weill und Librettist Bertolt Brecht entwickelten ihre Oper aus einem Songspiel mit dem Titel »MAHAGONNY, EIN SONGSPIEL«, das sie gemeinsam für das Festival für deutsche Kammermusik Baden-Baden geschrieben hatten. Der Dirigent Otto Klemperer lehnte das Werk für die Berliner Krolloper, an der die Uraufführung ursprünglich vorgesehen war, ab. So fand die Uraufführung schließlich am 30. März 1930 in Leipzig statt und wurde dort von Störaktionen und Tumulten begleitet.

Die Geschichte der Stadt Mahagonny, in der ein Mensch unabhängig vom Geld keinen Wert hat und in der nichts als existent angesehen wird, was nicht käuflich ist, erinnert an die alttestamentarische Episode von Sodom und Gomorrha. Doch anders als dort kommen die alles vernichtende Katastrophe und der Untergang der Stadt nicht als »Strafe« von außen, sondern von innen als »Fehler im System«.

 

Anmerkung:
Bei der Voraufführung der Oper Köln »Aufstieg und Fall der Stadt und Mahagonny« von Kurt Weill/Bertold Brecht in der Inszenierung von Katharina Thalbach gab es Hinweise, dass die Aufführung für Kinder unter 14 Jahren nicht geeignet ist. Die Leitung der Oper Köln gibt diese Altersbegrenzung als Empfehlung für die Zuschauer weiter.

Premiere

Mi 23. Mär. 2011

Aufführungen

Musikalische Leitung Lothar Koenigs / Inszenierung Katharina Thalbach / Bühne Momme Röhrbein / Kostüme Angelika Rieck / Dramaturgie Wenka von Mikulicz / Licht Nicol Hungsberg / Chorleitung Andrew Ollivant / Choreografie Danny Costello
Leokadja Begbick
Fatty, der »Prokurist«
Dreieinigkeitsmoses
Jim Mahoney/ Johann Ackermann
Jack O´Brien/ Jakob Schmidt
Tobby Higgins