TITUREL hatte, um die ihm während der Christenverfolgung anvertrauten heiligen Güter – Gral und Speer – zu schützen, Männer um sich versammelt, die im Dienste des Grals gegen das Unrecht in der Welt kämpfen. KLINGSOR jedoch verweigerte er den Zutritt zu diesem Orden, da dieser dem Keuschheitsgebot nicht nachkommen konnte und sich entmannte. KLINGSOR schuf daraufhin eine Gegenwelt, ein Reich schöner Frauen, die die Gralsritter in Versuchung führen sollten. Als AMFORTAS, TITUREKS Sohn, die heiligen Güter von seinem Vater übernahm, wollte er KLINGSOR bekämpfen, verfiel jedoch KUNDRY.
AMFORTAS weiß, dass nur ein neuer Messias ihm Heilung bringen kann: »Ich harre des, der mir beschieden: / »durch Mitleid wissend, der reine Tor – «. Doch als der »reine Tor« PARSIFAL, von seiner Mutter abgeschieden im Wald aufgezogen, endlich Zutritt zum Kreis der Gralsritter erlangt, ist er beim Anblick des leidenden AMFORTAS zu ratlos, er kann die erlösende Frage nicht stellen …
Wolfram von Eschenbach schuf – vermutlich im ersten Viertel des 13. Jahrhunderts – das epische Werk »PARZIFAL«. Diese freie und erweiterte Fassung des französischsprachigen Romans »LE ROMAN DE PERCEVAL OU LE CONTE DU GRAAL« (1182 – 1191) von Chrétien de Troyes besticht durch ihre Erzähllust, ihren Humor und die Handlungsvielfalt. Richard Wagner hatte bereits 1845 Wolframs »Parzival« gelesen, die erste Skizze zu »Parsifal« lag jedoch erst 1857 vor. Der Komponist straffte die Handlung, reduzierte die Anzahl der Personen und konzentrierte sich wie in fast allen seinen Opern auf den Erlösungsgedanken. Uraufgeführt wurde »Parsifal« am 26. Juli 1882 bei den (zweiten) Bayreuther Festspielen. Diesem Ort blieb Aufführung nach Wagners Willen bis zum Ablauf der Urheberrechtsfrist 1963 vorbehalten. Es ist Wagners letztes Werk.
Hinweis: Hierbei handelt es sich um eine konzertante Aufführung.
