Die Csárdásfürstin

Die Csárdásfürstin
Emmerich Kálmán
Foto: Paul Leclaire
Foto: Paul Leclaire
  • Operette in drei Akten
  • Libretto von Leo Stein und Béla Jenbach
  • Musik von Emmerich Kálmán (1882 - 1953)
  • Musikalische Fassung von Gerrit Prießnitz und Béla Fischer

Wiederaufnahme

Fr 30. Dez. 2011

So 22. Jan. 2012

Palladium - Bühne 2 / 19:30 bis 22:00 / 12 € - 77 €
Musikalische Leitung Gerrit Prießnitz / Inszenierung Bernd Mottl / Bühne & Kostüme Friedrich Eggert / Dramaturgie Georg Kehren / Licht Andreas Grüter / Chorleitung Jens Olaf Buhrow / Choreografie Otto Pichler / Dance Captain Athol Farmer
Sylva Varescu
Edwin von Lippert-Weylersheim
Fürst Leopold Maria
Anhilte, seine Gemahlin
Stasi
Graf Boni Káncsianu
Feri von Kerekes
Eugen von Rohnsdorff

Die Tage der K.U.K..-Donaumonarchie sind eigentlich gezählt, und der Erste Weltkrieg sendet seine Vorboten; vorerst feiert man jedoch noch Feste. Das gesellschaftliche Parkett ist eine Bühne, während in der eigentlichen Bühnenwelt das Leben seinen Lauf nimmt. Der Fürstensohn EDWIN LIPPERT-WEYLERSHEIM liebt die Varieté-Künstlerin SYLVA VARESCU, die aus Sicht seiner hochwohlgeborenen Eltern das Gegenteil einer standesgemäßen Partie darstellt. Das Fürstenpaar plant die Verheiratung seines leichtlebigen Stammhalters mit der rechtmäßigen Komtesse STASI, und SYLVA muss durch ein Missverständnis davon ausgehen, ihr Liebster sei damit einverstanden. Bis sich die Verbindung zwischen dem Adelsspross und der Halbweltdiva letztendlich doch noch als möglich herausstellt, müssen – ganz im Stile der Wiener Operette – einige Barrieren fallen, missverständliche Billets ausgetauscht und die Vorvergangenheit diverser Beteiligter einer genaueren Prüfung unterzogen
werden. Als sich die FÜRSTIN, EDWINS standesbewusste Mutter, als ehemalige Bühnenkünstlerin – und der Sohnemann sich damit als in Sachen ›Bohème‹ genetisch vorbelastet – herausstellt, ist den Einwänden gegen die standesübergreifende Verbindung jegliche Stichhaltigkeit genommen…
Der 33-jährige Emmerich Kálmán lieferte in seiner 1915 in Wien uraufgeführten Operette nicht nur schmissige Rhythmen und süße Melodien im Stile von »GANZ OHNE WEIBER GEHT DIE CHOSE NICHT« oder »MACHEN WIR'S DEN SCHWALBEN NACH«, sondern lotete auch tiefgründigere musikalische Felder aus, etwa mit »NIMM ZIGEUNER, DEINE GEIGE«.
Satirisches und Zu-Herzen-Gehendes wechseln sich ab, und das Wort »Operettenseligkeit« ist dabei durchaus in Anführungszeichen zu setzen. Die gezeigten Herzensangelegenheiten vor der brüchigen Fassade einer Gesellschaft kurz vor dem großen »Knall« werden zwar ernst genommen, letztlich sind sie jedoch dem Diktat eines Gesamtarrangements unterworfen und lassen sich in das herrschende System einordnen. Doch unter der Oberfäche brodelt es.