Europera
- Europeras 3 + 4 + 5
- Kooperation Acht Brücken Festival, Oper Köln, Holland Festival
Premiere
Mi 02. Mai. 2012
Do 03. Mai. 2012
Europera 3
Europera 4
Europera 5
Weitere Vorstellungen
TICKETS für die Europera 3 & 4 um 19:00 Uhr finden Sie >HIER<
TICKETS für die Europera 5 um 21:30 Uhr finden Sie >HIER<
Tickets für diese Vorstellungen erhalten Sie auch an der Kasse im Opernhaus oder über unser Kartentelefon 0221 .22 12 84 00
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John Cages »Europera 3« – das sind 36 Arien von Gluck bis Puccini, von sechs Sängerinnen und Sängern nach Belieben ausgewählt. Das sind 140 Fragmente Liszt’scher Opernfantasien, von zwei Pianisten in ihre Flügel gehämmert. Das sind 300 alte Schellackplatten, von sechs Discjockeys auf zwölf Schallplattenspielern und einem Grammophon abgespielt. Das ist ein an- und abschwellender Strom von Klängen, Gesten, Farben, Lichtern: die unermüdliche Produktion einer Opernmaschine. Aber ist es auch Musik? Oder vielmehr das Ende aller Musik, die reine Kakophonie?
In den »Europera« 4 und 5 kommt es immer wieder zu Augenblicken von atemberaubender Schönheit, wenn ruhige, elegische Gesangsmelodien auf »Begleitungen« des gleichen Charakters treffen.
Fast scheint es, als habe Cage, der in seiner Musik kein Vibrato hören wollte, die Oper allmählich liebgewonnen. Darauf lassen in den späteren »Europera« Momente nostalgischen Rückblicks schließen: die Liszt’schen Opern- Fantasien etwa, die der große Klaviervirtuose oft selbst als »Réminiscences« bezeichnete, oder, noch auffälliger, die knisternden Grammophonwiedergaben. Gewiss, auch die »Europera 3« fordert den Zuhörer noch durch ihre große Ereignis- und Klangdichte; das Stück scheint in seiner 70-minütigen Spieldauer die Wirkung eines Wagnerschen Musikdramas erzielen zu wollen. Dagegen folgt die nur 30 Minuten lange »Europera 4« zwar dem gleichen Collagenprinzip, gibt sich aber zarter, leichter - vergleichbar eher einer Mozart-Oper. Die Besetzung ist auf zwei Sängerinnen, ein Klavier und ein Grammophon verkleinert, die Lautstärke zurückgenommen. Noch etwas weiter treibt Cage die Reduktion im fünften Teil, der allerdings wieder 60 Minuten dauert: Auch hier gibt es lediglich einen Pianisten, und er hat manchmal nur noch »shadow playing« zu betreiben.
John Cage mag ein Anarchist gewesen sein, der gegen alle musikalischen Konventionen rebellierte. Seine »Europera« sind dennoch weit mehr als nur Zerstörungswerk – man kann sie zugleich als Hommage an die Oper erleben.
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